Mehr Frauen im Bau und Handwerk braucht das Land!
Braucht es für diesen Titel wirklich den Weltfrauentag? Nein, absolut nicht. Zumindest sollte das so sein, denn diese Aussage vertreten wird das ganze Jahr über. Nichtsdestotrotz findet eine solche Forderung am Weltfrauentag deutlich mehr Gehör und wird bewusster wahrgenommen. Daher werden heute mit großer Wahrscheinlichkeit einige Artikel, Blogs und Social Media Post in eine ähnliche Richtung abzielen, aus oben genannten Gründen.
Aber lassen Sie uns diesen, doch eher unglücklichen Umstand der eingeschränkten Sichtbarkeit, hinter uns lassen und uns dem eigentlichen Thema widmen.
Warum braucht es dringend mehr Frauen im Bau und Handwerk? Zum Einen weil Frauen deutlich unterrepräsentiert sind in unserer doch sehr männlich geprägten Industrie. Nun werden sicher einige sagen, dass die vorhergehenden Aussagen doch ziemlich dasselbe aussagen. Das ist in Teilen richtig, aber dennoch vollkommen unterschiedlich. Wahrscheinlich hat auch dieser Satz nicht mehr Klarheit geschaffen…
Dann lassen Sie mich das kryptische Rätsel mal auflösen. Durch den nur sehr geringfügigen Anteil an Frauen im Bau und Handwerk findet auch nur eine geringe Repräsentation der Frauen statt, also werden die Weiterentwicklungen der Branchen, welche sie für mehr Frauen attraktiver machen würde, nur selten gehört und aufgrund des geringen Anteils nur selten ernst genommen. Doch wie lässt sich dieses Problem lösen. Die Antwort darauf ist zwar einfach, aber dennoch schwer umzusetzen. Wir brauchen mehr begeisterte Frauen, die sich gegen diese Widrigkeiten durchsetzen und ihre Profession im Bau und Handwerk ausleben. Durch einen wachsenden Anteil an Frauen in der Branche, lassen sich auch einfacher Veränderungen anstossen, welche die Attraktivität des Berufsfeldes für Frauen deutlich steigern können. So hart es auch klingt, aber je höher der Anteil desto mehr Relevanz gewinnt das Thema auf einmal im Branchenumfeld.
Aber es gibt noch viele weitere Gründe für einen sehr viel größeren Anteil an Frauen im Bau und Handwerk. Wie wahrscheinlich mittlerweile jedem bewusst ist, durch die mediale Berichterstattung oder auch eigene Erfahrungen, mangelt es im Bau und Handwerk aktuell noch stark an technologischem Fortschritt und der Adaption der Digitalisierung. Wer uns von difucon schon etwas länger folgt, kennt die Gründe dafür sicher schon. Wir sind davon überzeugt, dass mehr Frauen auch für mehr Veränderungen unserer Arbeitsweisen sorgen und dem Fortschritt in Branche sicher sehr gut tun würden. Männer begeistern sich oft an Tradition oder setzen auf Altbewährtes, wohingegen Frauen im Allgemeinen eher daran interessiert sind sich neu zu erfinden und bisherige Strukturen zu hinterfragen. Natürlich ist diese these schwer zu untermauern und nur wenig wissenschaftlich belegt. Dennoch sind wird davon überzeugt, dass mehr Frauen der Weiterentwicklung gut tun und wir mit großer Wahrscheinlichkeit schon ein ganzes Stück weiter wären mit einem Anteil an Frauen im Bau und Handwerk.
Dies ist sicherlich nur einer kleiner Auszug von Gründen WARUM Frauen unserer Branche guttun würden. Wir wollen aber auch beleuchten WIE wir die Attraktivität der Branche für Frauen erhöhen können.
Ganz klar, gleiche Bezahlung wäre da schon mal ein ganz wichtiger Schritt. Einen durchschnittlichen Unterschied von 18% (Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit) in der Bezahlung für die selben Positionen, kann nun wirklich niemand mehr rechtfertigen und bitte, gar nicht erst versuchen. Ein weiterer ganz entscheidender Punkt ist die Anerkennung von Frauen für Berufe im Handwerk und dem Bauwesen. Diese Anerkennung aus sich drastisch verbessern, denn ein Fehlen sorgt nicht nur für ein schlechtes Arbeitsumfeld, sondern auch zu einer Demotivation vieler nachfolgender junger Frauen.
Dazu ein sehr passender Kommentar von Ina-Maria Heidmann, Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachen.
"Frauen können Handwerk! Stellt das heutzutage eigentlich noch irgendjemand infrage? Schon bei früheren bahnbrechenden Erfindungen sind Frauen die wahren Pioniere ihres Handwerks gewesen - gewerkeübergreifend." Dachdeckerinnen, Glaserinnen, Tischlerinnen und Bauingenieurinnen sind in der Baubranche gesucht. Nur rund drei Prozent aller Auszubildenden sind Frauen. Gleichzeitig gehen die Zahlen der Studienanfängerinnen für ein Bauingenieursstudium zurück. Eine stärkere Öffnung für Frauen am Bau ist unbedingt notwendig. Nicht zu vergessen sind auch die hochkarätigen Karrieremöglichkeiten. Wichtig ist, zu zeigen, dass der Bau viele Möglichkeiten für Frauen bietet”
In diesem Sinne, Frauen, wir brauchen euch! Jetzt!